Landschafe

Coburger Fuchsschaf
Abkürzung: COF
Rassenschlüssel: 35
VDL-Beschluss: 12.05.2005
Coburger Fuchsschaf

Rassetypische Merkmale

Das Coburger Fuchsschaf ist eine alte Landschafrasse, die ursprünglich in vielen Mittelgebirgsregionen beheimatet war, z. B. Eifeler und Hunsrücker Rotköpfe, Westerwälder, Eisfelder und Oberpfälzer Füchse, Coburger Fuchsschafe. Als Coburger Fuchsschaf wurden diese Fuchsschaftypen 1966 von der DLG als Rasse anerkannt.

Das Coburger Fuchsschaf ist ein mittelgroßes, edles Schaf, mit hornlosem, schmalem Kopf, der bis hinter die Ohren unbewollt ist, von goldgelber bis rotbrauner Farbe. Eine leichte Ramsnase ist möglich. Die Beine sind feinknochig, unbewollt und von gleicher Farbe wie der Kopf; trockenes Fundament und feste Fesseln. Das Schaf hat eine überwiegend langabwachsende Schlichtwolle, die im CD-Bereich (33 – 36 Mikron) liegt.

Das Vlies der Lämmer ist rotbraun und hellt mit zunehmendem Alter auf. Das Vlies der erwachsenen Tieren hat einen deutlichen Glanz, der Farbton erstreckt sich vom hellen Grundton bis zum dunklen Goldton („Goldenes Vlies“). Die farbigen Haare liegen in rotbraunen Tönen vor, sie sollen gleichmäßig und nicht zu zahlreich im Vlies verteilt sein. Böcke können eine Mähne und Tiere beiderlei Geschlechts einen Aalstrich aufweisen.

Die Coburger Fuchsschafe verfügen über eine lange Brunstsaison. Erstzulassung von 12 bis 18 Monaten, zum Teil auch früher.

Zuchtziel

Züchtung eines widerstandsfähigen, genügsamen, pferchfähigen Landschafes mit besonderer Eignung zur Koppel- und Hütehaltung in rauen Mittelgebirgslagen. Erhaltung regionaler Rasseschläge mit ihren typischen Wollen.

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Altböcke

85 – 105

4,0 – 5,0

 

75-80

Jährlingsböcke

60 – 85

 

 

 

Mutterschafe

60 – 85

3,0 – 4,0

130 – 180

68-75

Jährlingsschafe

45 – 65

 

 

 

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 250 - 300 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 38-40 kg.

Krainer Steinschaf
Abkürzung: KST
Rassenschlüssel: 51
VDL-Beschluss: 2005
Krainer Steinschaf

Rassetypische Merkmale

Das Krainer Steinschaf stammt vom Torfschaf ab und entspricht der ursprünglichen Schafrasse der Alpen. Letzte Reste dieser Rasse wurden in Slowenien im Triglav-Nationalpark erhalten, wo es heute noch zur Milchnutzung gehalten wird. Es ist ein feingliedriges, kleines bis mittelgroßes Schaf. Das Kopfprofil ist gerade und das Nasenbein leicht gebogen, die Ohren stehen waagrecht ab. Die Böcke und Mutterschafe sind überwiegend hornlos. Der lange bewollte Schwanz reicht bis zum Sprunggelenk.

Das Gesichtsfeld, der Bauch und die Füße sind in der Regel unbewollt. Das Vlies ist mischwollig und es kommen überwiegend die Wollfarben schwarz und weiß sowie verschiedene Farbzeichnungen vor. Vor allem die Köpfe sind bunt gezeichnet.

Die Brunst ist asaisonal, eine zweimalige Lammung je Jahr ist möglich. Wegen der Frühreife kann die Erstzulassung im Alter von 8 bis 10 Monaten erfolgen. Aufgrund seiner Zutraulichkeit gut geeignet für die Haltung in kleinen Beständen.

Zuchtziel

Züchtung eines anpassungsfähigen, widerstandsfähigen, robusten Schafes für die rauen Lagen des Hochgebirges, mit ausgezeichneter Trittsicherheit, besten Muttereigenschaften, Langlebigkeit sowie hoher Fruchtbarkeits-, Aufzucht- und Säugeleistung.

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Altböcke

55 – 70

3,5

 

73 – 78

Jährlingsböcke

40 – 55

3,0    

Mutterschafe

45 – 55

3,0

170 – 200

65 – 70

Jährlingsschafe

30 – 40

2,0    

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 200 - 250 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 35 bis 40 kg.

 

Leineschaf
Abkürzung: LES
Rassenschlüssel: 29
VDL-Beschluss: 12.05.2005
Leineschaf

Rassetypische Merkmale

Das Leineschaf ist ein mittelrahmiges Landschaf mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Witterungs- und Haltungseinflüsse und besonderer Eignung für die Pferchhaltung. Die ursprüngliche Heimat ist Südniedersachsen, längs der Leine und das Eichsfeld.

Der Kopf des weiblichen Schafes ist lang und schmal, der des Bockes kürzer und gröber. Beide Geschlechter sind hornlos und haben eine Ramsnase. Für ein Landschaf gut bemuskelt.

Kopf und Beine sind unbewollt. Das Vlies besteht aus einer weißen, langabwachsenden, dicht gestapelten Schlichtwolle von 28 bis 34 Mikron.

Das Leineschaf verfügt über eine lange Brunstsaison und die Erstzulassung kann ab dem 10. Monat erfolgen.

Zuchtziel

Züchtung eines genügsamen, widerstandsfähigen Landschafes, welches keinen Wollmangel an Unterhals und Bauch haben sollte. Pigmente sind unerwünscht.

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Altböcke

115

6,0 – 7,0

 

75-80

Jährlingsböcke

80 – 100

4,0 – 5,0

 

 

Mutterschafe

55 – 65

3,5 – 4,0

130 – 150

68-75

Zuchtlämmer (6 Monate)

45 – 55

3,0 – 3,5

 

 

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 230 - 280 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 38 bis 42 kg.

Ouessantschaf
Abkürzung: OUS
Rassenschlüssel: 49
VDL-Beschluss: 12.05.2005
Ouessantschaf

Rassetypische Merkmale

Das Ouessantschaf (bretonisches Zwergschaf) ist die kleinste Schafrasse der Welt und stammt von der Ile d’Ouessant vor der Westküste der Bretagne. Es gehört zur Gruppe der kurzschwänzigen, nordischen Heideschafe. Das Schaf ist klein, relativ hochbeinig und hat – von oben gesehen – einen rechteckigen Körperbau. Der Kopf ist fein und regelmäßig und nur bei den Böcken geramst. Die Mutterschafe haben nur Hornstümpfe oder kleine Hörner, während die Böcke ein ausgeprägtes, geschwungenes Gehörn tragen. Die Gliedmaßen sind fein. Der Schwanz ist kurz und endet wenig über dem Sprunggelenk.

Das Ouessantschaf hat eine sehr langabwachsende, dichte und grobe Wolle mit sehr dichter Unterwolle. Die Vliesfarbe muss einheitlich schwarz, braun oder weiß sein.

Die Brunstsaison ist kurz (Oktober bis Anfang Januar). Erstzulassung ist mit 7 bis 8 Monaten möglich.

Zuchtziel

Erwünscht ist ein hartes und anspruchsloses Schaf mit geringsten Futter- und Versorgungsansprüchen. Die Farbe des Vlieses muss einheitlich sein. Die Hörner der Böcke müssen mit einer einzigen Windung großen Durchmessers gerollt sein und mindestens drei Finger breit Abstand vom Kopf haben. Die maximale Höhe am Widerrist beträgt bei ausgewachsenen dreijährigen Böcken 49 cm, bei weiblichen Tieren gleichen Alters 46 cm

Für Schauen gilt ein erweiterter Rassenstandard.

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Böcke

15 - 20

1,2 – 1,8

 

40 - 48

Jährlingsböcke

 

 

 

 

Mutterschafe

13 – 16

1,0 – 1,5

100

35 - 45

Zuchtlämmer (6 Monate)

 

 

 

 

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 50 - 100 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 10 bis 13 kg.

Rauhwolliges Pommersches Landschaf
Abkürzung: RPL
Rassenschlüssel: 42
VDL-Beschluss: 2005
Rauhwolliges Pommersches Landschaf

Rassetypische Merkmale

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist ein mittelgroßes Schaf, das aus den Küstengebieten der Ostsee stammt.

Dieses Schaf hat einen hornlosen, mit schwarzen Stichelhaaren besetzten, mittelgroßen Kopf. Die Zunge ist blau, ein Stirnschopf kann vorhanden sein. Ein Mehlmaul ist zulässig. Die Beine sind mit schwarzem Stichelhaar besetzt und unbewollt.

Das Vlies aus langabgewachsener Mischwolle variiert von stahlblau bis grau. Ein brauner Anflug ist möglich. Bei den Böcken ist eine bis zur Schulter reichende Mähne aus schwarzem Langhaar erwünscht. Beide Geschlechter können einen Aalstrich aufweisen.

Die Lämmer werden mit einem schwarzen, leicht gekräuselten Vlies geboren.

Die Schafe haben eine lange Brunstsaison, die Zulassung erfolgt in einem Alter von 11 bis 15 Monaten.

Zuchtziel

Züchtung eines mittelgroßen, widerstandsfähigen Schafes für die Landschaftspflege.

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Altböcke

70 – 80

6,0 – 7,0

 

70 – 75

Jährlingsböcke

55 – 65

4,0 – 5,0    

Mutterschafe

55 – 65

4,0 – 5,0

150 - 180

60 – 65

Jährlingsschafe

40 – 50

3,5 – 4,0    

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 180 - 230 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 35 kg.

 

Rhönschaf
Abkürzung: RHO
Rassenschlüssel: 34
VDL-Beschluss: 12.05.2005
Rhönschaf

Rassetypische Merkmale

Das Rhönschaf ist ein mittelgroßes Schaf mit schwarzhaarigem, hornlosem, bis hinter die Ohren unbewolltem Kopf. Eine weiße Platte, die bis an die Ohren reicht, ist erlaubt, ebenso ein handbreiter Kragen, dessen Spitze bis auf etwa 1,5 Handbreit an das Brustbein heranragen kann.

Die Beine sind unbewollt. Außer dem Kopf müssen alle behaarten Körperteile bis zu den Klauen weiß sein.

Das Schaf hat einen kräftigen und langen Körper. Die Hinterbeinstellung kann leicht gewinkelt sein. Die weiße Schlichtwolle mit typischem Glanz hat eine Feinheit von 32 bis 38 Mikron.

Das Schaf hat eine lange Brunstsaison. Die Erstzulassung erfolgt im Alter von 12 bis 18 Monaten.

Zuchtziel

Ein anspruchsloses, widerstandsfähiges, marsch- und pferchfähiges Schaf zur Landschaftspflege, besonders in rauen Mittelgebirgslagen.

Eine asaisonale Brunst wird angestrebt.

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Altböcke

85 – 105

5,0

 

75-80

Jährlingsböcke

60 – 85

4,5

 

 

Mutterschafe

60 – 85

3,0 – 4,0

130 – 150

68-75

Jährlingsschafe

45 – 65

3,0

 

 

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 250 - 300 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 35-40 kg.

Shropshire
Abkürzung: SHR
Rassenschlüssel: 16
VDL-Beschluss: 12.05.2005
Shropshire

Rassetypische Merkmale

Klein bis mittelgroßes Fleischschaf mit wüchsigen Lämmern.

Behaarte Körperteile dunkelbraun bis schwarz.

Weiße, kurze Crossbred-Wolle (26 bis 30 µm), Schaupe. Die Wolle bedeckt die Backen und geht bis zum Nasenrücken.

Ohren seitlich abstehend, schwarz. Kurzer, kräftiger Hals. Langer, tiefer Rumpf. Kurze, stämmige Beine. Saisonaler Brunstzyklus, recht frühreif. Ausgeprägte Mütterlichkeit mit guter Milchleistung. Hornlos.

Geringe Neigung, Fichten- und Tannenschösslinge anzufressen, daher Fleischschafrasse, die vorwiegend in Weihnachtsbaumkulturen eingesetzt wird, um diese unkrautfrei zu halten.

Zuchtziel

Züchtung eines klein- bis mittelrahmigen Fleischschafes mit tiefer, vorgeschobener Brust, einem langen, tiefen Rumpf und breitem, gut bemuskeltem Rücken und ausgeprägten Außen- und Innenkeulen.

Es wird ein einheitlich weißes, dichtes Wollvlies mit einer Feinheit von 26 bis 30 µm angestrebt, Anpassungsfähigkeit bei guter Konstitution.

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Altböcke

90 - 120

3,0 – 4,0

 

 

Jährlingsböcke

60 - 80

 

 

 

Mutterschafe

65 - 85

2,5 – 3,5

150 - 180

75 - 80

Zuchtlämmer (6 Monate)

30 - 40

 

 

64 - 68

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 200 bis 300 g, die Schlachtausbeute beträgt bei einem handelsübliche Lebendgewicht von 38 kg ca. 45 bis 47%.